10 Punkte für die Bestform als Vater

“Anyone who tells you fatherhood is the greatest thing that can happen to you, they are understating it.”

Mike Myers

Es gibt kaum etwas Schöneres, Befriedigenderes aber auch Fordernderes als Vater zu sein (ich schreibe aus meiner Perspektive als Mann; Elternteil klingt doof). Diejenigen Väter, die bereits Kinder haben, wissen das. Alle anderen ahnen es vielleicht, aber können es erst dann ganz in der Tiefe verstehen, wenn sie diese unglaubliche Form der Liebe selbst erleben. Alle Freunde, welche nach mir selbst Vater geworden sind, haben mir das bestätigt. Wohl nirgendwo ist der Unterschied zwischen Theorie (so stelle ich es mir vor) und Praxis (so ist es dann wirklich) so frappierend – na gut außer vor und nach dem ersten Mal Sex vielleicht.

Zwar ist sich jeder einig, dass es für das Kind, die Gesellschaft und nicht zuletzt für einen selbst von entscheidender Bedeutung ist, ein guter Vater zu sein. Die Auslegung jedoch, was einen guten Vater eigentlich ausmacht, ist individuell sehr unterschiedlich. Ich bin Vater von zwei Kindern und versuche täglich, meinen Ansprüchen an die Vaterrolle annähernd gerecht zu werden. Je mehr ich von den nachfolgenden Punkten beachte und umsetzte, desto näher bin ich meiner persönlichen Vater-Bestform.

Vorab: ich hoffe, es ist der eine oder andere nützliche Gedanke für dich dabei und freue mich in den Kommentaren von den Punkten zu hören, die dir bei und mit deinen Kindern wichtig sind und die in der Aufzählung fehlen.

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Die Kinder genauso akzeptieren wie sie sind
Du willst dass dein Kind erfolgreich im Sport oder der Musik wird oder ingesamt ordentlich was darstellt? Schöne Vorstellung, aber es geht nicht um dich. In letzter Konsequenz ist gnadenlose Ehrlichkeit gefragt: Ist das wirklich das Beste für sie oder eigentlich nur für dich? Denk nicht an dich und lass ihn fliegen.

Gemeinsame Rituale kreieren und zelebrieren
Nach dem Abendessen zusammen draußen noch eine Runde drehen. Gemeinsames Baden. Vorlesen im Bett. Sonntags gleich nach dem Aufstehen mit dem Rad einen Ausflug zum Bäcker. Jeden Tag eine Geschichte aus den Fingern saugen und wahr oder erfunden fragen. Gemeinsam etwas kochen und Restaurant spielen. Als Familie am Tisch zusammen essen. Samstag ins Freibad oder an den See mit anschließendem Eisbecher. Unendliche Möglichkeiten – dein Kind wird dem Ritual entgegen fiebern und sich ewig daran erinnern.

Den (Ex-)Partner mit Respekt behandeln
Es liegt viel Wahrheit in dem Satz „One of the greatest things a father can do for his children is to love their mother“. Geht das nicht mehr ersetzt man lieben zumindest durch respektieren. Es gibt wenig traumatischeres für ein Kind, als Boshaftigkeiten oder Gemeinheiten zwischen den Eltern mitzubekommen.

“Dad. He can play like a kid, give advice like a friend, and protect like a bodyguard.” 

Die Sätze ‚Ich habe dich lieb‘ (oft) und ‚Es tut mir leid‘ (wenn angebracht) sagen
Psychologen bestätigen, wie wichtig es ist, den Satz ‚Ich habe dich lieb‘ tatsächlich auch zu sagen und nicht nur zu denken. Kinder navigieren dadurch zumindest etwas gelassener durch die Stürme des Lebens und ihnen geht der Satz später selber leichter über die Lippen. Unfehlbarkeit ist anstrengend, immer Recht haben auch. Kinder verzeihen sehr schnell wenn sie eine ehrlich gemeinte Entschuldigung „Es tut mir leid“ hören.

Jeden Tag gemeinsam lachen und selbst ein bisschen Kind bleiben (oder wieder werden)
Unzählige Studien zeigen die vielen positiven Wirkungen von Lachen: Mittel gegen Stress, Freisetzen von Glückshormonen, Lebensverlängerung, Steigerung kognitiver Fähigkeiten (Konzentration, Erinnerungsvermögen, Motivation), und und und. Die eierlegende Wollmilchsau steht dagegen verlegen in der Ecke – Lachen ist der neue Star. Irgendwann wird alles so ernst im Leben: Kinder sind die besten Lehrmeister dass es nicht so sein muss. Coolheit zieht bei Kindern nicht.

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Niemals aufhören weiter dazu zu lernen
Als Vater steht man jeden Tag vor neuen Herausforderungen. Das lebenslange Pflichtseminar ‚Von und durch die Kinder lernen‘ hast du mit deren Geburt belegt, egal ob du willst oder nicht. Wenn ständige Veränderung unvermeidbar ist, kannst du ja eine Schritt darauf zugehen und am Ende sogar Spaß und Vorfreude beim Rätselraten haben, was der neue Tag, die neue Woche und das neue Jahr mit den kleinen Rackern so bringen wird.

Täglich einen Spaziergang machen oder irgendetwas draußen zusammen unternehmen
Diese Erinnerungen sind für die Kinder unbezahlbar. Erinnere dich doch an deine Jugend: war es nicht unglaublich großartig mal mit deinem Vater alleine unterwegs zu sein. Wollen wir die Invasion der Bildschirmzombies vermeiden, müssen wir einfach auch unseren Arsch hochkriegen.

Selbst auf sich achten, d.h. sich gut ernähren, regelmäßig Sport treiben und ausreichend schlafen
Was bringt dir und deinem Kind die finanzielle Sicherheit, wenn der Preis dafür eine 80-Stunden-Woche ist, die sich negativ auf dein Training (gar keins), deine Ernährungsgewohnheiten (happi und mülli vor dem Bildschirm) und deinen Schlaf auswirken (zu spät, zu wenig). Bei der Sicherheitsbelehrung im Flieger hörst du doch auch: erst dich versorgen, dann dein Kind. Er oder sie wird es dir danken, wenn du das Fangspiel im Wald nicht nach 2 Minuten wegen Seitenstechen abbrechen musst.

Um Hilfe bitten
Deine Tochter kommt mit einem absoluten Vollhorst nach Hause. Dein Sohn hat Schlafgewohnheiten wie ein Workaholic auf Koks, deine Kinder finden Bücher mehr so semi und denken Influencer ist eine legitime Karriere? Die Chancen stehen mehr als gut dass ein anderer Vater aus deinem Bekanntenkreis schon in der gleich Lage war oder ist. Kommunikation ist alles. Väter dieser Welt: vereinigt euch!

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Den Tag Revue passieren lassen
War es ein guter Tag mit den Kindern? Wenn ja, was war besonders schön? Über was machst du dir Sorgen? Was willst du besser machen? Was noch zusammen erleben? Selbstreflexion hilft, macht dich glücklicher und lässt dich ruhiger schlafen. Gute Rendite für 10 Minuten nachdenken.

Die Rolle deines Lebens: Papa

Eine Nachbemerkung von Vater zu Vater: gelingt es mir, mich jeden Tag an die ’10 Gebote‘ zu halten? Nein. Ehrlich gesagt gelingt es mir nicht mal jeden zweiten Tag. Manchmal kommt das Leben dazwischen, manchmal ist es meine Faulheit, zu oft gibt es vermeintlich Wichtigeres zu tun. Dennoch bin ich der festen Überzeugung, dass es sehr befriedigend ist, sich auch als Vater Ziele zu setzen und zu versuchen, besser zu werden. Beim Sport oder im Business ist es selbstverständlich, wieso nicht auch in dieser Rolle. Viele Väter bei den die Kinder schon flügge sind sagen immer wieder Sätze, die mit ‚Hätte ich damals …‘, ‚Schade dass ….‘, ‚Alles verging so…‘ etc. beginnen. Ich merke selbst am eigene Leib wie die Zeit rast: gerade eben hatte ich noch eine Windel in der Hand, morgen geht bei meiner Tochter das zweite Schuljahr zu Ende, in nicht allzu ferner Zukunft bringe ich sie wahrscheinlich zum Flughafen und bleibe erstmal verstört und traurig zurück.

Umso wichtiger ist es doch, das Beste zu geben in der wichtigsten Hauptrolle deiner Lebens: als Papa.

There are many kinds of success in life worth having. It is exceedingly interesting and attractive to be a successful businessman, or railway man, or farmer, or a successful lawyer or doctor; or a writer, or a President, or a ranchman, or the colonel of a fighting regiment, or to kill grizzly bears and lions. But for unflagging interest and enjoyment, a household of children, if things go reasonably well, certainly makes all other forms of success and achievement lose their importance by comparison.”

Theodore Roosevelt

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