Dein Archetyp ist gefragt – Ein Interview mit Theresa Frickel über Personal Branding und Markenidentität

Theresa habe ich durch den Citizen Circle kennen und schätzen gelernt. Sie hilft Unternehmern und Visionären jeder Größe und Farbe ihre persönliche und berufliche Markenidentität zu entdecken und konsequent zu schärfen. Ich habe in meinem bisherigen Leben schon einige Persönlichkeitstests gemacht, aber noch keinen so guten wie den Gratis-Test von Theresa zur Feststellung des eigenen Archetyps. Die Ergebnisse haben mir sehr viel Klarheit gebracht und sind zudem wunderschön aufbereitet. Nimm dir die Zeit – das könnten die wertvollsten fünf Minuten deiner Woche sein. Im nachfolgenden Interview erfährst du mehr über Theresa und ihre tolle Arbeit. Im Netz findest du sie unter https://www.theresafrickel.com/

Max: Was antwortest du, wenn du auf einer Party gefragt wirst, was du beruflich machst?
Theresa: Na das geht ja gleich mit einer genialen Frage los, haha. Das ist gar nicht so einfach. Irgendwie lasse ich mir immer wieder was Neues einfallen und formuliere es auch immer wieder anders, je nachdem, wer mir gerade gegenübersteht. Es fällt mir echt schwer, das auf den Punkt zu bringen, weil ich so unfassbar viele Interessen habe und mich selbst ständig weiterentwickle. Eine Zeitlang hat es mich total genervt, dass ich keine klare Antwort auf die Frage habe, da hab’ ich dann einfach gesagt: ‚Ich mache immer genau das, worauf ich gerade Lust habe und was mich glücklich macht.’ Das klingt zwar wunderschön, aber damit konnte irgendwie auch keiner was anfangen. Im Moment fühle ich mich mit dieser Beschreibung sehr gut: Ich helfe und bestärke Menschen, authentisch ihren eigenen Weg zu gehen und sich das beste glückliche Leben zu erschaffen, das sie sich vorstellen können.

Wenn du deinen Primären und Sekundären Archetypen kennst, verstehst du dich selbst auf einer tieferen Ebene, du weißt, was dich antreibt und inspiriert, dir Halt gibt und welche Eigenschaften für die Konflikte in deinem Leben verantwortlich sind.“

Max: Was sind die Archetypen und warum spielen sie in deiner täglichen Arbeit eine so große Rolle?
Theresa: Die Archetypen sind ein Konzept aus der Tiefenpsychologie, über das ich vor circa zwei Jahren ‘zufällig’ gestolpert bin. Sie beschreiben Persönlichkeits- und Verhaltensmuster, die im sogenannten kollektiven Unbewussten unserer Menschheit vorhanden sind; Bilder, die wir instinktiv verstehen. Einfach gesagt heißt das, dass es schon seit Anbeginn unserer Geschichte typische Verhaltensweisen und Charakterzüge gibt, die man in den Menschen immer wieder sieht und die wir alle kennen. Neben den 12 Archetypen, mit denen ich im Branding arbeite, gibt es tausende anderer ‘Archetypen’ – C.G. Jung, der Psychologe, der diesen Begriff eingeführt hat, hat mal gesagt: ‚Es gibt so viele Archetypen, wie es typische Situationen im Leben gibt.’. Wenn ich das Wort ‘Mutter’ sage, hast du automatisch eine Vorstellung davon, wie eine Mutter ist und es entstehen Bilder in deinem Kopf. Das ist die natürliche, unterbewusste Reaktion, die dieses Bild hervorruft. Mit den 12 Archetypen im Branding funktioniert es genauso. Deswegen macht die Arbeit mit ihnen so unfassbar viel Spaß – wenn du deinen Primären und Sekundären Archetypen kennst, verstehst du dich selbst auf einer tieferen Ebene, du weißt, was dich antreibt und inspiriert, dir Halt gibt und welche Eigenschaften für die Konflikte in deinem Leben verantwortlich sind. Als ich meine Archetypen herausgefunden habe, sind für mich mit einem Schlag alle Puzzleteile an ihren Platz gefallen, das war ein geiles Gefühl. Gerade im Business spielt unsere Persönlichkeit die wichtigste Rolle. Wir werden anziehend für die Menschen, die zu uns passen, wenn wir genau wissen, wer wir sind, was wir besonders gut können und welchen Beitrag wir auf dieser Welt leisten – das ist wahre Authentizität. Durch die Klarheit über die eigene Persönlichkeit, entsteht auch Klarheit über die Menschen, die besonders gut zu uns passen und (für diejenigen, die ein eigenes Business aufbauen) ein perfektes Verständnis ihrer Zielgruppe. Das macht die Kommunikation so mega leicht und so macht Arbeit einfach viel mehr Spaß. Und je mehr Spaß ich bei der Arbeit habe, umso mehr Spaß haben natürlich auch meine Kunden und deren Erwartungen werden regelmäßig übertroffen! I love it!

Die 12 Archetypen – Quelle: https://www.theresafrickel.com/

Max: Aus welchem persönlichen (also beruflichen) ‚Fehler‘ (oder Misserfolg) hast du am meisten gelernt?
Theresa: Puh, das ist eine interessante Frage. Darf ich ehrlich sein? – Ich bin so lebensfroh und optimistisch und dankbar für dieses Leben, dass ich nichts, was ich jemals getan oder entschieden habe, als Fehler oder Misserfolg bezeichnen würde. Jede vermeintliche Fehlentscheidung hat immer dafür gesorgt, dass ich irgendetwas gelernt habe. Und wenn es nur die Tatsache ist, dass ich genau den gleichen ‘Fehler’ nicht zweimal mache. 😉 Ich liebe dieses Zitat von Thomas Edison, der nach 1000 erfolglosen Versuchen, eine funktionstüchtige Glühbirne zu entwickeln, gesagt hat: ‘Ich bin nicht gescheitert. Ich kenne jetzt 1000 Wege, wie man keine Glühbirne baut.’. Und genau so betrachte ich das Leben. Wir scheitern nicht, wir wachsen an unseren Herausforderungen. Manchmal denke ich, ich hätte gern schon früher all die Dinge gewusst, die ich heute weiß. Wie das Leben funktioniert und wie einfach es ist, in allen Lebensbereichen in Fülle zu leben! Aber dann sehe ich wieder, wofür all die Erfahrungen unterwegs gut waren und warum ich in manch einer Lebenssituation einfach noch nicht bereit war für die Erkenntnis… und somit vielleicht ein paar Anläufe mehr gebraucht habe, um das Problem für mich zu lösen. Das ist übrigens für mich auch die Magie, die im Coaching steckt. Im Grunde genommen geht es nur darum, dass ich bestimmte Probleme und Herausforderungen für mich schon gelöst habe und genau diese Lösungen jetzt an andere weitergebe. Letzten Endes lernen wir ja alle niemals aus und so befinden wir uns in einem immer währenden Kreislauf von ‘Erfahrungen sammeln’ und ‘Erfahrungen weitergeben’ – und da sich jeder in unterschiedlichen Bereichen unterschiedlich schnell entwickelt, können wir alle immer wieder neu voneinander lernen. 

Carl Gustav Jung – Wikimedia

Max: Welchen Ratschlag im Bereich Branding und Markenidentität hältst du für über- und welchen für unterschätzt?
Theresa: Super Frage, die Antwort ist für mich ganz eindeutig. Meines Erachtens überschätzen die Menschen, wieviel Strategie sie für ihr Business brauchen und unterschätzen, welche maßgebliche Rolle die eigene Persönlichkeit im Zusammenhang mit der klaren Identifikation der Zielgruppe/des Kundenavatars spielen. Tatsächlich sehe ich es viel zu häufig, dass Menschen sich eine Webseite zulegen, jede Menge Gehirnschmalz in die Entwicklung eines Produkts oder einer Dienstleistung stecken, Funnel aufsetzen und noch mehr Zeit mit einer Social Media Strategie verschwenden, ohne sich jemals Gedanken gemacht zu haben, wer das ganze überhaupt kaufen würde und welche Schmerzen oder Bedürfnisse der potentielle Käufer hat. Dann werden Ads geschaltet und Produkte oder Dienstleistungen an völlig Fremde beworben und keiner kauft, weil das Vertrauen in die Marke gar nicht da ist. Das wäre, wie wenn ich jetzt die Bäckereifachverkäuferin bei meinem sonntäglichen Brötchenkaufen fragen würde, ob sie mal Lust hat, in mein Coaching zu kommen – die zeigt mir den Vogel! Eine erfolgreiche Marke (egal ob als Person oder als Unternehmen) schafft zu allererst einmal Vertrauen – durch Auseinandersetzen mit der Zielgruppe, Wiedererkennungswerte in der Sprache/Kommunikation schaffen, Verstehen ihrer Herausforderungen und (ganz wichtig) Anbieten einer passgenauen Lösung. Und wenn dann auch noch ein echtes ‘Warum’ hinter dem Angebot steht, dann werden aus Kunden treue Fans! Das wird im lauten Internet-Dschungel definitiv komplett unterschätzt. Wenn Kunden zu Fans werden, dann ist es Schei*egal, wie viele Likes meine Beiträge bekommen, weil die wenigen, die mich lieben, mir vertrauen und meine WERTE teilen, werden mir auf ewig treu bleiben! Und mich all ihren Freunden empfehlen. So wird eine Marke anziehend und muss nicht im Haifischbecken auf Fischfang gehen. Das ist die wahre Kunst und Magie des Branding! 

Bild von StockSnap auf Pixabay

Max: Welche Bücher und Ressourcen kannst du zum Bereich Branding und Markenbildung (oder insgesamt ohne thematische Eingrenzung weiterempfehlen)?
Theresa: Zwei meiner absoluten Lieblingsbücher, die ich uneingeschränkt empfehle sind: ‚Robin Sharma – Der Mönch, der seinen Ferrari verkaufte’ und ‘John Strelecky – Das Cafe am Rande der Welt’.

Wunderbare Geschichten, um sich mit der eigenen Existenz, dem Sinn des Lebens und vor allem mit sich selbst auseinanderzusetzen.
In Bezug auf das Thema Branding und Markenbildung habe ich fast all meine Inspiration aus dem Buch ’Die 12 seelischen Archetypen’ von Carol S. Pearson gewonnen. Und vor kurzem ist auch noch Sally Hogshead – ‘Wie die Welt dich sieht’ dazu gekommen – nochmal eine andere Verwendung der Archetypen und nicht weniger spannend. 

Alle von Theresa empfohlenen Bücher (für mehr Infos einfach auf das jeweilige Bild klicken):

Ich hoffe, du hast mir vertraut und den Test gemacht :)? Wenn ja, was bist du für ein Archetyp (ich bin ‚Entdecker‘ was absolut in Schwarze trifft) und was denkst du darüber? Schreib mir ein Kommentar

2 Antworten auf „Dein Archetyp ist gefragt – Ein Interview mit Theresa Frickel über Personal Branding und Markenidentität“

  1. Hallo Max, spannendes Interview! Schöner Ansatz dass Persönlichkeit (von mir selbst und meinen Kunden) und Vertrauen im Zentrum stehen sollten beim Branding. Der Test sagt ich bin Magier und Weltverbesserer.. 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.