Die glorreichen 7. Eine verdammt befriedigende Woche

Bei der Wissenswelle geht es um eintauchen und surfen, aber vor allen Dingen auch um die Anwendung von Wissen. In diesem Sinne gibt es heute einen Artikel bei dem du sofort selbst konkret loslegen kannst – jeden Tag gibt es eine kleine stoische Aufgabe für eine ingesamt verdammt befriedigende Woche. Lass uns sofort heute loslegen.

Freitag – Werde noch heute etwas von deinem Besitz los
Der Erfolg der Minimalismus-Bewegung und Marie Kondo zeigt für mich auch eines: wir wissen eigentlich alle, dass wir (= große Teile der westlichen Welt) im völligen Überfluss leben und insgesamt viel zu viel Zeug haben, das zu unserem Lebensglück nichts beiträgt. Die Tatsache dass es Absurditäten wie einen Wasserkocher gibt, den man über das Smartphone steuern kann (iKettle -> kein Scheiß) sollte Anlass zur Selbstreflexion geben. Daraus ergibt sich für dich folgende Frage: Was ist das iKettle-Äquivalent in deinem Haushalt (bei mir war es ein Melonenkugelausstecher)? Nimm es für die erste stoische Übung in die Hand, sage kondomäßig danke (für nichts) und verschenke oder entsorge es. Das gute Gefühl der anschließenden (kleinen) Leichtigkeit animiert dich vielleicht zum weiteren Ausmisten. Inspirieren lassen kannst du dich vom tollen Youtube-Kanal Exploring Alternatives.

Samstag – Wähle ein Buch zum nochmals lesen aus und fange sofort damit an
Kennst du das? Die ersten zwei Seiten deiner Kindle-Bibliothek sind voller Leseproben von wahnsinnig interessanten neuen Büchern. Auf der nächsten Übersichtsseite siehst du die Prozentangaben 6, 14, 26 und 48, die dir anzeigen dass du bei den letzten vier gekauften Büchern noch nicht mal zur Hälfte fertig bist und in deinem Buchregal zu Hause liegen auch noch zwei neue Bestseller? Die Verlockung ist riesig, immer etwas Neues haben und lesen zu wollen, aber neu ist keineswegs besser. Quantität wird für deine Lebensqualität niemals so wichtig sein wie Qualität. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass du in deinem Leben bereits Bücher gelesen hast, die dich besonders berührt oder weitergebracht haben. Nimm dir für die heutige Challenge eines davon aus dem Regal und fange sofort mit dem nochmaligen Lesen an.

Sonntag – Ein ganzer Tag ohne Smartphone
In jeder freien Minute holen wir unser Smartphone raus und lassen uns berieseln: neues Trump-Gezwitscher, Foto von Tina im thailändischen Tempel, Spielstandaktualisierung bei der Bundesliga-Konferenz, neue Likes checken, bla bla bla … immer online, immer informiert, immer was zu tun. Habe ich die letzten 10 Minuten was verpasst? Nein, eigentlich nie. Haben mich alle noch lieb? Ja, verdammt.
Dabei gibt es ein Leben hinter dem Bildschirm und das tut uns verdammt gut. Heutige Aufgabe ist daher, dein Smartphone nicht anzufassen – kein einziges Mal. Anfangs hast du dann vielleicht noch nervöse Fomo-Zuckungen und suchst in deinem Kopf panisch nach Rechtfertigungen doch nach dem Ding zu greifen. Aber schon ein wenig später stellst du fest, wie angenehm das sein kann. Diese Ruhe & Entspannung. Es ist ein Grundrecht, nicht erreichbar zu sein. Nutze es. Machst du das regelmäßig sind die Belohnungen reichhaltig – :
– Klarheit & Fokus
– Ruhe und Unaufgeregtheit
– Verbesserung deines Schlafs
– Wiederentdeckung der Sinne
– Steigerung der Kreativität
– Mehr Interaktion mit anderen Menschen (Sarah vor Siri)
– und, und, und
Du hast deinen Supercomputer bereits zur Geburt geschenkt bekommen. iKopf ist eben immer noch das stärkte Gerät auf dem Markt.

Pixabay

Montag – Beantworte dir heute die Frage: Was mache ich, wenn Geld keine Rolle spielt?
Ein Leben im Konjunktiv ist unbefriedigend aber wird erst dann schrecklich wenn dir die Zeit ausgeht. Heute streichst du die Wörter ‚würde, könnte, müsste, sollte‘ für einen Tag, bestellst dir in der Früh einen guten Café, schnappst die Zettel und Stift und beantwortest dir ehrlich die obere Frage. Ach ja, für heute bist ohne jegliche (finanzielle oder sonstige) Sorgen. Hast du deine Antwort schriftlich vor dir? Dann mach den ersten Schritt in die Richtung deines Traums und reserviere deine Website, buch die Reise oder beginne deinen Roman.

„Mut ist Angst plus ein Schritt“

Mischa Miltenberger

Dienstag – Tue heute etwas was dir (etwas) Angst macht
Die meisten Tage bewegen wir uns ausschließlich in unserer Komfortzone. Hier ist es bequem und heimelig. Inneres Wachstum wird in dieser Lounge-Ecke allerdings nicht serviert. Dafür müssen wir etwas tun, was Neues wagen und meist einen Schritt aus der Komfortzone heraus machen. Die Vorstellung, was passieren wird und wie andere darauf reagieren macht uns dabei vielmehr Angst als die eigentliche Handlung. Angst ist aber nicht dein Feind, sondern eher ein hilfreicher Indikator, der dir anzeigt, dass auf der anderen Seite Wachstum auf dich warten könnte. Mir persönlich hat für die konkrete Umsetzung der Gedanke von Susan Jeffers aus dem lesenswerten Buch ‚Selbstvertrauen gewinnen: die Angst vor der Angst verlieren‘ sehr geholfen. Demnach sagst du dir vor: Egal wie das Ergebnis (oder die Reaktion darauf) der Handlung sein wird: ich komme damit klar. Verständlicher wird der Gedanke durch dieses Video. Nimm dir mit diesem Mindset also heute etwas vor was dir persönlich ein Kribbeln im Bauch verursacht ist und ziehe es durch.

„Nicht die Dinge selbst, sondern die Vorstellungen von den Dingen beunruhigen die Menschen.“

Epiktet

Mittwoch – Finde heute etwas in dem du besser werden willst und mach den ersten Schritt
Den Stoikern war es wichtig, sich konstant zu verbessern, neue Fähigkeiten zu lernen und bestehende Schwächen auszugleichen. Nicht aus Eitelkeit, sondern aus Spaß und Befriedigung auf dem Weg zum Ziel. Nicht ohne Grund ist das stoische Gedankengut im Profisport so beliebt – auch hier ist es zwingend erforderlich, permanent an sich zu arbeiten. Du willst lernen, in einer anderen Sprache zu präsentieren? Dann melde dich heute noch bei Toastmasters an. Du wolltest immer schon Russisch lernen? Hol dir jetzt die Memrise-App und mach die ersten 5 Lektionen. Was immer du für ein Thema auswählst: Belass es nicht beim theoretisieren sondern mach konkret den ersten Schritt.

Pixabay

Donnerstag – Tue heute etwas Gutes für Leute denen es schlecht geht
Du schlenderst durch die Fußgängerzone, bist gerade in Gedanken und wirst von einem Bettler mit einem Satz à la: „Hast du mal bisschen Kleingeld für mich“ angesprochen. Ich habe hier oft überrumpelt ‚Nein‘ gesagt. Interessant ist, dass ich mich (und so habe es bei fast allen anderen Menschen in der gleichen Lage gesehen) immer danach nochmals nach dem Mann oder der Frau umdrehe und mir selbst meine vorige Ablehnung schönrede. Wenn ich schonungslos ehrlich bin, weiß ich allerdings auch dass mich der abgegebene Euro (zusammen mit einem freundlichen Wort) nicht im Geringsten gekratzt hätte. Ganz im Gegenteil: Großzügigkeit ist eine Tugend, die dich glücklicher macht. Mach heute selber einen Schritt auf die Leute zu die du oft keines Blickes würdigst. Leg beim nächsten offenen Hut etwas rein oder frag ihn der sie was sie jetzt am liebsten zu essen haben und dann kauf es. Spende Zeit, Geld, Know-How ohne etwas im Gegenzug zu erwarten. Das Gefühl zu geben ist unbezahlbar.

Welche stoische Übung darf in deiner perfekten Woche nicht fehlen? Hinterlasse mir einen Kommentar – ich werde sie ausprobieren.

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