Großzügigkeit praktizieren

Kennst du das? Dieses warme Gefühl zwischen Bauch und Herz, wenn du einem Mitmenschen etwas gibst und absolut nichts zurückverlangst? Wenn du Aufmerksamkeit, Zeit, Dinge und sogar Geld schenkst ohne im Gegenzug gierig auf Anerkennung oder Dankbarkeit zu warten.

Ich hätte dieses gute Gefühl schon deutlich früher in mein Leben lassen können sollen. Zwar ist meine Grundeinstellung auf der subjektiven Skala Samariter bis Turbokapitalist noch auf der ökonomischen Seite, aber die Machtverhältnisse verschieben sich nach und nach. Warum? Neben weicher-machenden Faktoren wie eigener Kinder oder Älterwerden, ist es vor allem und ganz banal ein fantastisches Gefühl, jemand anderem etwas Gutes zu tun.

“Die wahre Großzügigkeit der Zukunft gegenüber besteht darin, in der Gegenwart alles zu geben.”

Albert Camus

Dass Großzügigkeit und Glücksgefühle zusammenhängen, beweist mittlerweile auch die Wissenschaft in vielen Studien. Um sich großartig in Folge der eigenen Großzügigkeit zu fühlen, muss man weder Telefonterror beim Spendenmarathon machen noch feierlich das letzte gute Hemd im Kleidercontainer versenken. Wie so oft sind es die kleinen Dinge, die wenig kosten, aber einen dermaßen hohen Zins bringen, das selbst Warren Buffett in Omaha zufrieden schmunzeln müsste. Faszinierend ist dass selbst die Vorstufe zum selbstlosen Handeln schon positive Spuren hinterlässt, wie Forscher der Universität Lübeck und Zürich herausfanden „wir stellen fest, dass schon die öffentlich deklarierte Absicht, großzügig zu handeln, die spätere Großzügigkeit und das Glück effizient erhöht” und weiter „Unser Studie liefert damit verhaltenstechnische und neurologische Belege, die den Zusammenhang zwischen Großzügigkeit und Glück unterstützen“

In genau zwei Wochen ist der 1. Dezember und dann ist Großzügigkeit wieder flächendeckend hoch im Kurs. Allein in diesem Monat werden ‘wir Deutschen’ über eine Milliarde Euro spenden. Der November dagegen ist gegenüber dem Dezember ein hässliches Entlein wenn es um zwischenmenschliche Warmherzigkeit, Spendenbereitschaft und allgemeine Gesten der Großzügigkeit geht: kalt, dunkel und noch ohne XXL-Zimt-Glühwein-Keks-Infusion. Aber genau in diesen grauen Tagen wären doch kleine Gesten doch umso wertvoller und kostbarer – für deine Mitmenschen aber auch für dich.

Nachfolgend habe ich deshalb Ideen für die letzten 14 Novembertage zusammengetragen, wie du und ich etwas Gutes tun können, um den eigenen Großzügigkeitsmuskel noch vor dem Weihnachtswahnsinn wachsen zu lassen. Du wirst sehen: je mehr dieser kleinen Gesten du in deinen Alltag einbaust, desto toller wirst du dich fühlen 🙂

Tag 1: Mache heute einem fremden Menschen ein aufrichtiges Kompliment

Tag 2: Gib dem Menschen an der Kasse (z.B. beim Bäcker oder Coffeeshop) 10 Euro extra damit er/sie die Person hinter dir einlädt

“Die Kunst des schönen Gebens wird in unserer Zeit immer seltener, in demselben Maße, wie die Kunst des plumpen Nehmens, des rohen Zugreifens täglich allgemeiner gedeiht.”

Heinrich Heine

Tag 3: Schreibe einer Person, die du für ihre Arbeit bewunderst (z.B. Künstler/in, Musiker/in, Autor/in), eine aufrichtige Dankesnachricht und schick sie ab

Tag 4: Rufe einen Freund / eine Freundin an, der / die gerade in einer schwierigen Lebensphase ist und sag dass du jederzeit für ihn / sie da bist

Tag 5: Suche 5 Bücher aus deinem Bücherregal aus, versehe sie mit einer persönlichen Widmung und verschenke sie (z.B. Offene Bücherschränke, Oxfam, Bookcrossing)

Tag 6: Gehe in ein Krankenhaus und biete an, kranken Kinder oder älteren Menschen etwas vorzulesen

Tag 7: Gehe mit einer Tüte in den nächsten öffentlichen Park und sammele für 30 Minuten Müll ein

Tag 8: Schau auf https://www.betterplace.org/ und unterstütze ein Projekt deiner Wahl

Tag 9: Biete einem Freund / einer Freundin an, etwas für ihn oder sie zu erledigen, z.B: mit seinen / ihren Hund Gassi zu gehen oder die heutigen Einkäufe zu machen

Tag 10: Steh heute ganz früh auf und halte nach der Müllabfuhr Ausschau. Sobald sie kommt, bedanke dich aufrichtig bei den Müllmännern dafür dass sie deinen Abfall jeden Tag mitnehmen und biete ihnen eine Tasse Kaffee an

Tag 11: Kaufe deiner Mutter oder deinem Vater einen Strauß Blumen mit bedanke dich bei ihr oder ihm für eine konkrete Hilfestellung in der Vergangenheit

Tag 12: Trommele 5 Freunde zusammen, gehe mit ihnen zu einem Open Mic Event in deiner Nähe und feiert zusammen frenetisch die dort auftretenden Künstler

Tag 13: Frage den nächsten Obdachlosen den du siehst, was er oder sie sich zum Mittagessen wünschen würde und kaufe es

Tag 14: Erstelle für jemand aus deinem Freundeskreis ein Mixtape (CD, Spotify-Playlist) mit 15 guten Songs von denen du glaubst, dass sie ihn oder sie in gute Stimmung versetzen

Die Möglichkeiten, kleine Gesten in den Alltag einzustreuen sind endlos – viele weitere Ideen findest du zum Beispiel hier und hier. Welche kleinen Akte der Großzügigkeit fallen dir noch ein? Welche selbstlosen Taten hast du in besonders guter Erinnerung) Hinterlasse mir einen Kommentar.

Mein Buchtipp zum Artikel:

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