Wiederholung macht den Meister – Buchnotizen besser nutzen mit Readwise

Das fantastische Programm Readwise

Die meiste Zeit meines erwachsenen Leselebens habe ich Notizen kaum Beachtung geschenkt. Ausnahme war die Studentenzeit in der das geschäftige Abschreiben (Exzerpieren klingt noch viel wichtiger) einzelner Buchstellen einigen Unitagen zumindest etwas produktiven Glanz verleihen konnte. Was ich da aber eigentlich tat oder wie ich es richtig oder besser machen konnte, wusste ich allerdings nicht.

Bisschen Larsson und Schätzing im Nachtzug nach Lissabon

Nach überstandenem Studium und während der ersten Berufsjahre wurde es ganz ruhig um das Notizenmachen. Lesen beschränkte sich in diesen Jahren auf den Politik-, Wirtschafts- und Kulturteil der Zeitung … also gut: Sport und Vermischtes trifft es wohl eher. Hier und da ein Buch mit den Füßen im Sand in der Urlaubszeit. Bisschen Larsson und Schätzing im Nachtzug nach Lissabon – solche Sachen halt. Nicht der Rede und vor allem nicht der Notizen wert. Was will man bei Büchern zur Unterhaltung und News zur Mitreden auch notieren.

Mit dem Schritt in die weite Welt der Selbstständigkeit änderte sich der Buchgeschmack – Sachbücher waren plötzlich (auch aus dem Wunsch mit dem neuen Lebensmodell zu überleben) deutlich höher im Kurs und Bücher zur Selbsthilfe oder persönlichem Wachstum nicht mehr in der einst belächelten Hare-Krishna-Ecke meines beschränkten Horizonts. Zaghaft begann ich neuerworbenes Wissen festzuhalten und Notizen von hilfreichen, tröstlichen oder für mich wegweisenden Sätzen zu machen. Das Schreiben (übrigens viel mehr als das Tippen) hilft ja erwiesener Maßen, die Gedanken zu ordnen. Gelesenes wird besser behalten. So weit, so gut. Einziges Manko der Notizen schon damals: waren die Erkenntnisse erstmal zu Papier gebracht, wurden sie von mir selten – selten meint natürlich meistens eher nie – wieder aus dem Regal geholt. Gewusst wo etwas zu welchem Thema steht hätte ich sowieso nicht. Ordnung der Gedanken stellt leider noch keine Ordnung im Kopf her.

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Das Gehirn braucht die Wiederholung von neuen Informationen, das Einsickern in das Unterbewusstsein

Das Aufkommen von Hörbüchern und vor allem Ebooks verzehnfachte dann zwar mein Notizenanzahl (Markieren durch den Finger oder direktes aufschreiben in der App) und ich wusste auch wo ich was wiederfinde, aber die Disziplin, mir gemachte Notizen nochmals anzusehen und bei einer Tasse Tee in Ruhe darüber zu reflektieren, habe ich definitiv nicht. Besonders wenn kalifornische Algorithmen mir nach dem Beenden eines Buchs immer gleich neue (und meist gute) Leseaufträge geben. Fast jeder wird zustimmen dass Notizen eine feine Sache sind. Nur: eine kurze Gedankennotiz zu machen ist nett und besser wie nichts. Mehr allerdings – außer man ist Rain Man – auch nicht. Das Gehirn braucht die Wiederholung von neuen Informationen, das Einsickern in das Unterbewusstsein.

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Dieses Luxusproblem mit meinen elektronischen Notizen hat für mich seit kurzem das fantastische Programm Readwise gelöst. Nun sehe ich einen Teil meiner Notizen täglich wieder – automatisch und ohne dass ich daran denken muss. Seitdem tanzen meine Neuronen Tango, machen neue Neuronenkinder und leben glücklich und zufrieden im Unterbewusstsein weiter.

So funktioniert es:

  • Du meldest dich bei Readwise an. Es gibt ein kostenlose Testphase von 30 Tagen.
  • Das Programm synchronisiert deine Notizen von bekannten Lese- und Notizprogrammen, z.B. von
    • Amazon Kindle
    • iBooks
    • Medium
    • Instapaper
    • ….
  • In der Folge bekommst du – nach wissenschaftlich erwiesen-effektiver „Spaced Repetition Methode“ – tägliche oder wöchentliche Emails oder Benachrichtigungen mit deinen Notizen. Diese kannst du dann zur besseren Ordnung ganz leicht verschiedenen Oberkategorien zuordnen, z.B. Finanzen, Routinen, Allgemeinbildung, Gesundheitswissen, ….
  • Readwise Lite kostet dich 2,99 $ pro Monat. Darin enthalten sind die oben beschriebenen Basisfunktionen. Mit der ausgeweiteten Mitgliedschaft (wie ich sie nutze), sind noch ein paar praktische Zusatzfeatures (z.B. kann ich meine Notizen regelmäßig zu Evernote exportieren) enthalten. Dieses Modell kostet dann 4,99 $ pro Monat. Mehr Infos zur Preis und Leistung hier

Der Lerneffekt durch die konstante Wiederholung – und hier spreche ich mit Überzeugung und eigener Erfahrung – ist gigantisch. Für mich ist es eine sehr lohnenswerte Investition, aus meinen Büchern ein Vielfaches an Nutzen zu ziehen. Überzeuge dich selbst und teste Readwise gratis für 30 Tage.