Liebe auf den ersten Schlag

Seit ich im letzten Jahr nach Spanien gezogen bin, bin ich verliebt. Sicher, es gab schon in München Anzeichen – wir haben uns zwar wenig gesehen aber geflirtet wurde immer. Doch nun haben sich die Vorzeichen geändert – aus dem Flirt ist eine richtige Beziehung geworden und die Treue wird nicht schwer fallen. Die Treue zur Sportart Pádel. Dieses satte Knallen, wenn Schläger auf Ball trifft, das sensationelle Gefühl während eines langen Ballwechsels bei dem man sich schon dreimal auf der Gewinner- und dreimal auf der Verliererseite gewähnt hat, die vielen Variationsmöglichkeiten, das erschöpft-glückliche Grinsen nach einer Dreisatzpartie die Körper, Geist und Spieltrieb befriedigt, die zweite Chance durch die Wand, ja, die Wand ….

Die Gründe sich für Pádel zu begeistern sind vielfältig. Pádel ist wie das glückliche Ergebnis einer leidenschaftlichen Affäre zwischen Tennis und Squash. Die Dynamik, Unkompliziertheit, Direktheit von Squash kombiniert mit der Eleganz, Technik und Taktikvielfalt von Tennis – das Ganze noch garniert mit viel Kommunikation – Pádel wird nur im Doppel gespielt – gesunde (Workout-)Intensität und jede Menge Spaß.

Pádel nimmt gerade eine rasante Entwicklung – Experten des Sportmarktes sprechen von der Sportart mit den höchsten Wachstumsraten weltweit. In Spanien hat Pádel Tennis bereits überholt und ist nach Fußball die populärste Sportart mit mittlerweile 3 Millionen aktiven Spielern. Joan Navarro, Präsident des katalanischen Tennisverbands klingt etwas neidisch wenn er sagt: „Pádel gehört die Zukunft des Racketsports. Es vereint das Beste aus Squash und Tennis und hat das Clubleben in Spanien schon revolutioniert.“ Und nach eigenen Beobachtungen hat er Recht: auf Mallorca gibt es alle paar Kilometer eine Anlage und jedes Wochenende Turniere für jede Leistungsklasse – überall sind die Plätze gut belegt. Es wird gelacht, geknallt und geschmettert. Dabei ist die Atmosphäre locker und freundschaftlich. Jeder will gewinnen aber schöne Ballwechsel und ein gutes Match sind mindestens genauso wichtig.

Wenn ich Geld zur Verfügung hätte, würde ich in den Neubau von Plätzen in Deutschland investieren. Wenn ich Tennisclubs bei denen sich nicht um freie Plätze geprügelt wird einen Rat geben dürfte, wäre es einen Tennisplatz in drei Pádel-Courts zu verwandeln (dies ist das Größenverhältnis). Nicht als Konkurrenz sondern als Ergänzung des Angebots, als gesunde Einstiegsdroge für Racketsportneulinge und zur eventuellen Wiederbelebung von Karteileichen aus dem Mitgliederregister. Es tut sich schon viel in Deutschland – neue Clubs entstehen (2017 wurden alleine 7 neue Anlagen gebaut), mehr und mehr Turniere werden organisiert, es gibt nicht einen sondern gleich zwei nationale Verbände. Aus dem Trend wird eine Bewegung. Da bin ich mir sicher. Buen Partido! Hier einige Links für weitere Informationen und einen ersten Eindruck:

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