Monatschallenges 2019

JULI 2019 15.000 SCHRITTE & ALLEINZEIT

Pixabay

Was umfasst die Challenge?
In diesem Monat werde ich jeden Tag 15.000 Schritte gehen (kontrolliert durch meine unangenehm präzise Samsung S3 Smartwatch) sowie jeden Tag ganz bewusst mindestens 30 Minuten alleine mit meinen Gedanken sein – ohne Podcast, Musik oder Gesprächspartner in meinem Ohr (oder an meiner Seite) und vor allem ohne Handy in der Hosentasche. Plan ist, beide Vorhaben (meist) zu kombinieren, denn ein 30-minütiger Spaziergang ergibt angenehm viele Schritte und frische Luft ergibt eventuell klare Gedanken – mal sehen.

Was sind die Beweggründe?
Gemäß neuen Erkenntnissen zu einer „artgerechten Menschenhaltung“ könnten 15.000 tägliche Schritte für eine optimale Fitness und Gesundheit nötig sein und nicht die – immer wieder durch Zeit, Raum und vor allem Fitnessmagazine – geisternden 10.000 (von denen viele Mitgeher wohl auch so weit weg sind wie Nordkorea von der Demokratie). Ich selbst bewege mich im Alltag dank zweier Kinder und Hummeln im Hintern zwar schon ganz gut aber diesen Monat soll es eben mal das Optimum sein und nicht das Besser-als-der-Durchschnitt (beim Sex willst du ja auch lieber von Superlativen hören als „ich hatte schon Schlechtere“).

„Wer sich alleine langweilt, ist auch zu zweit nicht sehr unterhaltend“

Ben Kingsley

Genauso wichtig wie die alten Sapiens-Knochen ausreichend zu bewegen, ist es, regelmäßig alleine mit seinen eigenen Gedanken zu sein. Ein Blick in ein beliebiges Fortbewegungsmittel des öffentlichen Nahverkehrs oder Supermarktschlange zeigt: Langeweile ist der neue Feind. Jede Minute extra, jeder Klogang und sogar rote Ampel wird von vielen (mich meist eingeschlossen) dazu genutzt sich irgendwas reinzupfeifen – News, Musik Podcast, Video und und und .. die Möglichkeiten sich abzulenken sind unendlich. Dabei ist es weder langweilig noch unproduktiv alleine mit seinen Gedanken zu sein und ja: man kann auch über etwas oder ein Problem einfach mal nachdenken ohne gleich Onkel Google oder Tante Wikipedia zu konsultieren. Laut dem Georgetown-Professor und Bestseller-Autor Cal Newport ist regelmäßige Alleinzeit ohne Ablenkung elementar wichtig für unsere Gesundheit, Kreativität und auch für unsere Produktivität.

Mein Fazit
kommt Anfang August ….

JUNI 2019 DIGITALER TEILENTZUG

Was umfasst die Challenge und was sind die Beweggründe?
Viele Menschen – jedenfalls die ohne Smartphoneallergie und mit halbwegs realistischer Selbsteinschätzung – werden wohl folgender Aussage zustimmen:
Wir verbringen zu viel Zeit mit unseren digitalen Helfern. Deswegen werde ich diesen Monat für mich persönlich etwas kleines dagegen unternehmen (und darüber berichten). Ich werde den ganzen Juni mein Handy nicht im Gehen benutzen (außer zum Telefonat), also keine Sportergebnisse, Emails, Whatsapp- oder Uhrzeitenchecks to go. Wer denkt das sei zu leicht, setzt sich einfach mal auf einen Cafe in eine beliebige Fußgängerzone und beobachtet die Leute, die ständig in äußerst ungünstiger Haltung nach unten schauen. Und ganz ehrlich: wie oft schaut man selbst schnell im gehen die Uhrzeit nach und hackt dann noch hektisch eine schnelle Nachricht ins Gerät.

Des Weiteren wende ich bei einem enormen Zeitfresser unserer Zeit – Whatsapp – diesen Monat folgende Regel an: Lesen und Schreiben von Nachrichten nur 2 x mal pro Tag, z.B. vormittags und früher Abend. Statt den ganzen Tag auf Empfang zu sein und auf jede einzelne Nachricht mehr oder weniger sofort zu reagieren, ist es doch wesentlich entspannter, alles in Blöcken zu erledigen. Wenn es etwas wirklich dringendes gibt, wird man sowieso angerufen. Das sollte man immer vor Augen haben.

Mein Fazit
Der Whatsapp-Teil des digitalen Teilentzugs war viel leichter als gedacht. Ich habe es bis auf 2 Ausnahmen jeden Tag geschafft, nur in meinen 2 Zeitfenstern nachzuschauen und zu antworten. Erstaunlich war zu sehen, wie wenig – eigentlich gar keine – wirklich wichtigen Nachrichten es gibt, auf die man sofort reagieren muss. In der Zukunft werde ich das definitiv beibehalten oder sogar nur noch einmal pro Tag Whatsapp checken. Des Weiteren werde ich damit experimentieren, auf Textnachrichten mit Aufforderungen à la ‚Lass mal wieder von dir hören‘ oder Fragen à la ‚Wie geht’s?‘ einfach anzurufen (oder bei Nicht-Erreichen eine Nachricht zu hinterlassen), denn das Hin und Her bis man hier zum Punkt kommt, ist – für mich zumindest – nervig und bringt mich anderen Menschen kaum näher.
Ein wenig schwieriger ist es mir anfangs gefallen, dass Handy im Gehen nur zum telefonieren zu benutzen. Es ist einfach sehr verlockend, on the go schnell irgendwas – meist komplett unwichtiges – nachzusehen. Hier hat mir das bewusste Wahrnehmen sehr geholfen. In der Folge bin ich dann tatsächlich immer stehen geblieben, wenn ich mich über etwas informieren etwas wollte. Nach einigen Tagen wurde das immer weniger und die Fokussierung auf eine einzige Sache sehr angenehm. Der Blick macht sitzend und vor allem bewusst (10 Minuten für Sportnachrichten) mehr Spaß als mal hier, mal da ohne Plan.