Monatschallenges 2019

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SEPTEMBER 2019 – FASTENVARIATIONEN

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Was umfasst die Challenge?
In diesem Monat geht es ans Eingemachte: die Nahrungsaufnahme bzw. eigentlich eher um die Zeit in der nichts gegessen und mit Ausnahme von (Wasser, Tee und Kaffee) auch nichts getrunken wird. Fasten ist (zurecht) – haha – in aller Munde, aber von der konkreten Umsetzung sehr vielfältig. So nähere ich mich dem Thema diesen Monat von Woche zu Woche ein wenig anders:
1. Woche (Start: 2.9.): Intermittierendes Fasten nach dem 16:8 Protokoll (16 Stunden Fasten; Essen innerhalb der verbleibenden 8 Stunden) von Montag bis Freitag; Samstag und Sonntag: ohne Einschränkungen
2. Woche: Montag, Mittwoch und Freitag: Intermittierendes Fasten nach dem 16:8 Protokoll und Dienstag also Montag: Abendessen … 24 Stunden …. Dienstag Abendessen) und Donnerstag 24 Stunden Fasten; Samstag und Sonntag: ohne Einschränkungen
3. Woche: Intermittierendes Fasten nach dem 16:8 Protokoll (16 Stunden Fasten; Essen innerhalb der verbleibenden 8 Stunden) von Montag bis Sonntag
4. Woche: 24 Stunden fasten an jedem Tag von Montag bis Freitag, d.h. nur eine Mahlzeit (=Abendessen) pro Tag fünfmal hintereinander. Samstag und Sonntag (Ende: 29.9.) : ohne Einschränkungen

Was sind die Beweggründe?
Na ja, bei der Beweislast durch Studien fällt es eher schwer Gründe zu finden, die gegen regelmäßiges Fasten sprechen. Die potentiellen Vorteile sind vielfältig:
– Reduzierung von Bauchfett
– Positiv für die Herzgesundheit
– Reduzierung der Insulinresistenz
– Vorbeugung gegen Krebs
– Positive Wirkungen für das Gehirn
– Reduzierung von oxidativem Stress
– Stärkung zellulärer Reparaturprozesse

Mein Fazit
Kommt Anfang Oktober …

AUGUST 2019 – GEDICHTE & LIEDER

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„Man soll alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören und ein gutes Gedicht lesen…“

Johann Wolfgang von Goethe

Was umfasst die Challenge?
In diesem Monat halte ich mich an ein Zitat (siehe oben) des Großmeisters deutscher Dichtkunst und Schrecken meiner Deutschstunden in der Schule: Johann Wolfgang von Goethe. Jeden Tag im August werde ich im Wechsel entweder ein mir unbekanntes Gedicht oder ein neues Lied hören. Dabei werde ich versuchen, über den Tellerrand hinaus zu blicken und nicht nur Gedichte bekannter Leute zu lesen oder immer nur den logischen Vorschlägen des Spotify-Algorithmus zu folgen.

Was sind die Beweggründe?
In den letzten 20 Jahren habe ich bewusst ungefähr 6 Gedichte gelesen und davon standen 4 auf Toilettentüren oder Hauswänden. Bei Musik und Liedern schaut meine Bilanz deutlich besser aus, allerdings bin ich von einem ruhigen Albumhörer (Platten, CDs und Kasetten) zu einem Weiterschnipser (Handy, Youtube und Spotify) verkommen. Ich glaube, da draußen ist eine riesige und spannende Welt und ich kratze doch meist nur an der bekannten Oberfläche. Gedichte zu lesen liegt außerhalb meiner Komfortzone – neue Musik bewusst und ohne Ablenkung zu hören mittlerweile auch. Durch die Challenge möchte ich meinem Drang zur Selbstoptimierung einen träumerischen Gegenspieler geben für mehr Balance und Ausgeglichenheit.

Mein Fazit
Diese Challenge war – wie auch schon die Alleinzeit im Juli – eine sehr willkommene Auszeit vom Drang, Abläufe zu optimieren und ’sinnvolle‘ Dinge zu tun. Wenn man ehrlich ist, geht es doch bei sinnvoll zu oft um Arbeits- und nicht um Schönheitsthemen. Dabei kann ich nach Ablauf dieses Monats sagen: ein schönes Gedicht zu lesen und einen neuen Song ganz bewusst zu hören, scheint mir sinnvoller und sinnstiftender als die meisten, im Alltag oft lauteren To Do’s. Bei den Gedichten habe ich mich fast ausschließlich auf deutsche Werke konzentriert, denn irgendwie fühlt es sich komisch an, ein Gedicht zu lesen, welches nicht in der Muttersprache geschrieben ist. Die Gedichte decken dabei eine ganze Bandbreite von Gemütszuständen ab. Hier die 15 gelesenen Gedichte:
Die Heimkehr / Heinrich Heine, Kubanische Gesichter / Alfons Pullach, Zitronen / Heinz Erhardt, Ich folge deinen Spuren / Wilhelm Busch, Ameisen / Joachim Ringelnatz, I know why the caged bird sings / Maya Angelou, What do women want / Kim Addonizio, Schulzeit / Steffen Holzkamp, Sachliche Romanze / Erich Kästner, Die Freunde / Wilhelm Busch, Freundschaft / Christian Fürchtegott Gellert, Die zwei Wurzeln / Christian Morgenstern, Am Jahrestag / Theodor Fontane, Vatertag / Gudrun Zydek

Bei den Songs gab es keine Länder- und Genregrenzen. Zwar habe ich früher die Antwort ‚Querbeet durch den Gemüsegarten‘ auf meine Frage nach der Lieblingsmusik gehasst, aber leider trifft der Satz für meine vogelwilde Auswahl zu. Hier die 16 gehörten Songs:
Endless Summer / Alma Negra & Soulphiction, Indian Explosion / La Brass Banda, Yegelle Tezeta / Mulatu Astatke, Open / Luke Howard, Can’t help falling in love / Beck, 
Untainted / Slipknot, Wild Horses / The Gardener & the Tree, El estuche / Aterciopelados, Johnny tu n’es pas un ange / Edith Piaf, The Sound of Silence / Disturbed, Ohne Ende / Philipp Poisel, Sign of the Times – Gentleman, Hey Ma / Bon Iver, No Goodbye / Paul Kalkbrenner, Lago di Bonzo – Zither Manä 

JULI 2019 15.000 SCHRITTE & ALLEINZEIT

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Was umfasst die Challenge?
In diesem Monat werde ich jeden Tag 15.000 Schritte gehen (kontrolliert durch meine unangenehm präzise Samsung S3 Smartwatch) sowie jeden Tag ganz bewusst mindestens 30 Minuten alleine mit meinen Gedanken sein – ohne Podcast, Musik oder Gesprächspartner in meinem Ohr (oder an meiner Seite) und vor allem ohne Handy in der Hosentasche. Plan ist, beide Vorhaben (meist) zu kombinieren, denn ein 30-minütiger Spaziergang ergibt angenehm viele Schritte und frische Luft ergibt eventuell klare Gedanken – mal sehen.

Was sind die Beweggründe?
Gemäß neuen Erkenntnissen zu einer „artgerechten Menschenhaltung“ könnten 15.000 tägliche Schritte für eine optimale Fitness und Gesundheit nötig sein und nicht die – immer wieder durch Zeit, Raum und vor allem Fitnessmagazine – geisternden 10.000 (von denen viele Mitgeher wohl auch so weit weg sind wie Nordkorea von der Demokratie). Ich selbst bewege mich im Alltag dank zweier Kinder und Hummeln im Hintern zwar schon ganz gut aber diesen Monat soll es eben mal das Optimum sein und nicht das Besser-als-der-Durchschnitt (beim Sex willst du ja auch lieber von Superlativen hören als „ich hatte schon Schlechtere“).

„Wer sich alleine langweilt, ist auch zu zweit nicht sehr unterhaltend“

Ben Kingsley

Genauso wichtig wie die alten Sapiens-Knochen ausreichend zu bewegen, ist es, regelmäßig alleine mit seinen eigenen Gedanken zu sein. Ein Blick in ein beliebiges Fortbewegungsmittel des öffentlichen Nahverkehrs oder Supermarktschlange zeigt: Langeweile ist der neue Feind. Jede Minute extra, jeder Klogang und sogar rote Ampel wird von vielen (mich meist eingeschlossen) dazu genutzt sich irgendwas reinzupfeifen – News, Musik Podcast, Video und und und .. die Möglichkeiten sich abzulenken sind unendlich. Dabei ist es weder langweilig noch unproduktiv alleine mit seinen Gedanken zu sein und ja: man kann auch über etwas oder ein Problem einfach mal nachdenken ohne gleich Onkel Google oder Tante Wikipedia zu konsultieren. Laut dem Georgetown-Professor und Bestseller-Autor Cal Newport ist regelmäßige Alleinzeit ohne Ablenkung elementar wichtig für unsere Gesundheit, Kreativität und auch für unsere Produktivität.

Mein Fazit
Diese Challenge hat meine Augen dafür geöffnet, wie viel Ablenkung und wie wenig Zeit zur Selbstreflexion in meinem Leben vorher vorhanden war. Die 15.000 Schritte und die 30 Minuten ohne Ablenkung spazieren gehen sind Balsam für die Seele, das Gehirn und die Gesundheit. Beides in den Alltag zu integrieren passiert aber nicht von alleine – man muss schon gezielt den Tag etwas umgestalten, um täglich beide Ziele zu erreichen. Sehr hilfreich dabei ist, früh aufzustehen und den Tag mit einem langen Morgenspaziergang zu starten. Ebenso hilfreich ist es, abends die Glotze links liegen zu lassen, um noch die letzten Schritte zu schaffen oder alleine nachzudenken. Das Schrittziel habe ich tatsächlich jeden der 31 Tage geschafft, die ablenkungsfreien 30 Minuten-Spaziergänge immerhin 29 von 31 Tagen. Ich werde versuchen, beides von nun an fest in mein Leben zu integrieren.

JUNI 2019 DIGITALER TEILENTZUG

Was umfasst die Challenge und was sind die Beweggründe?
Viele Menschen – jedenfalls die ohne Smartphoneallergie und mit halbwegs realistischer Selbsteinschätzung – werden wohl folgender Aussage zustimmen:
Wir verbringen zu viel Zeit mit unseren digitalen Helfern. Deswegen werde ich diesen Monat für mich persönlich etwas kleines dagegen unternehmen (und darüber berichten). Ich werde den ganzen Juni mein Handy nicht im Gehen benutzen (außer zum Telefonat), also keine Sportergebnisse, Emails, Whatsapp- oder Uhrzeitenchecks to go. Wer denkt das sei zu leicht, setzt sich einfach mal auf einen Cafe in eine beliebige Fußgängerzone und beobachtet die Leute, die ständig in äußerst ungünstiger Haltung nach unten schauen. Und ganz ehrlich: wie oft schaut man selbst schnell im gehen die Uhrzeit nach und hackt dann noch hektisch eine schnelle Nachricht ins Gerät.

Des Weiteren wende ich bei einem enormen Zeitfresser unserer Zeit – Whatsapp – diesen Monat folgende Regel an: Lesen und Schreiben von Nachrichten nur 2 x mal pro Tag, z.B. vormittags und früher Abend. Statt den ganzen Tag auf Empfang zu sein und auf jede einzelne Nachricht mehr oder weniger sofort zu reagieren, ist es doch wesentlich entspannter, alles in Blöcken zu erledigen. Wenn es etwas wirklich dringendes gibt, wird man sowieso angerufen. Das sollte man immer vor Augen haben.

Mein Fazit
Der Whatsapp-Teil des digitalen Teilentzugs war viel leichter als gedacht. Ich habe es bis auf 2 Ausnahmen jeden Tag geschafft, nur in meinen 2 Zeitfenstern nachzuschauen und zu antworten. Erstaunlich war zu sehen, wie wenig – eigentlich gar keine – wirklich wichtigen Nachrichten es gibt, auf die man sofort reagieren muss. In der Zukunft werde ich das definitiv beibehalten oder sogar nur noch einmal pro Tag Whatsapp checken. Des Weiteren werde ich damit experimentieren, auf Textnachrichten mit Aufforderungen à la ‚Lass mal wieder von dir hören‘ oder Fragen à la ‚Wie geht’s?‘ einfach anzurufen (oder bei Nicht-Erreichen eine Nachricht zu hinterlassen), denn das Hin und Her bis man hier zum Punkt kommt, ist – für mich zumindest – nervig und bringt mich anderen Menschen kaum näher.
Ein wenig schwieriger ist es mir anfangs gefallen, dass Handy im Gehen nur zum telefonieren zu benutzen. Es ist einfach sehr verlockend, on the go schnell irgendwas – meist komplett unwichtiges – nachzusehen. Hier hat mir das bewusste Wahrnehmen sehr geholfen. In der Folge bin ich dann tatsächlich immer stehen geblieben, wenn ich mich über etwas informieren etwas wollte. Nach einigen Tagen wurde das immer weniger und die Fokussierung auf eine einzige Sache sehr angenehm. Der Blick macht sitzend und vor allem bewusst (10 Minuten für Sportnachrichten) mehr Spaß als mal hier, mal da ohne Plan.