To Do oder Not To Do? Beides!

„No wise pilot, no matter how great his talent and experience, fails to use his checklist“

Charlie Munger (kongenialer Partner von Warren Buffett)

 

Bis ich zum ersten Mal von einer Not-To-Do-Liste gehört habe, mussten 20 Jahre als erwachsener Mensch ins Land gehen. Bis ich sie erfolgreich in meinen Alltag integriert hatte, verging ein weiteres Jahr. Nun bin ich 22 Jahre erwachsen – habe mein wahres Alter soeben äußerst clever verschlüsselt – und möchte weder To-Do-Listen noch Not-To-Do-Listen missen: Auflistungen, die mir sagen, was ich besser tun und was ich besser bleiben lassen sollte.

To-Do-Listen kennt jeder. Es gibt sie in allen Farben und Formen zwischen den Grundpolen Old School (Papier und Stift) oder New School (App). Du kannst sie gar nicht („wird heute schon irgendwie“), unregelmäßig („ab jetzt sollte ich das echt häufiger machen“), projektbezogen („Sch… , für das Event in 2 Wochen muss ich“) oder täglich („heute werde ich“) führen.

Eine tägliche To-Do-Liste bei einem morgendlichen Café zu erstellen ist sehr hilfreich. Wenn diese Liste zusätzlich in einen übergeordneten Plan (z.B. Wochen-, Monats- und Jahresziele) eingebettet ist oder sich noch besser direkt daraus ergibt, hast du den schwarzen Gürtel im Organisieren deiner Prioritäten und bist den meisten Menschen mehrere Schritte voraus. „Der hat einfach ein gutes Zeitmanagement“ heißt es dann oft. Eigentlich sollte es besser heißen: „er weiß genau was er will (Prioritäten) und wie er es am besten / schnellsten erreicht“. Die vorhandene Zeit ist für jeden natürlich immer gleich und lässt sich schlechter formen (oder managen) als eine Kettlebell.

Jede Entscheidung etwas zu tun ist eben gleichzeitig auch eine Entscheidung, viele andere Dinge nicht zu tun. Statt deine überfällige Einkommenssteuer endlich zu machen, könntest du ja auch bei Facebook für dein neues Hundefoto nach neuen Likes Ausschau halten, deine T-Shirts Kondo-mäßig falten oder bei Wikipedia nachschauen, was das seltsame Wort Prokrastination eigentlich bedeutet.

Hier kommt die Not-To-Do-Liste ins Spiel. Denn, wenn du deine persönlichen Zeit- oder Energieräuber kennst, kannst du dich auch ganz bewusst gegen sie entscheiden. Viel effektiver als jeden Tag aufs Neue deine Willenskraft aufzubrauchen und gegen etwas anzukämpfen, ist es, alle Dinge und Verhaltensweisen aufzuschreiben, die mich von der Erreichung meiner Ziele abhalten. Diese Liste schaue ich mir vor dem Arbeitsbeginn an und werde dann Stück für Stück zur Produktivitätsgranate.

Hier meine (derzeitige) Not-To-Do-Liste:

  • E-Mails vor der Erledigung des wichtigsten To Do’s des Tages lesen
  • Auf neue E-Mail oder Whatsapp immer direkt antworten
  • Auf kurze Pausen und eine längere Mittagspause zu verzichten
  • Mein Handy immer eingeschaltet haben
  • Um den heißen Brei herumreden
  • Vor Beendigung eines To Do’s zum nächsten springen
  • Auf Sport zu verzichten
  • Den nächsten Schritt nicht definieren

Das Gute an Not-To-Do-Listen ist dass man sie nur alle paar Wochen neu anpassen muss. Was würde auf deine Not-To-Do-Liste kommen? Hinterlasse mir unten einen Kommentar.

Zum Weiterlesen:
https://ivanblatter.com/die-not-to-do-liste/
und / oder https://medium.com/@timferriss/not-to-do-lists-are-often-more-effective-than-to-do-lists-for-upgrading-performance-ec26c4417019

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