Die Kunst, Wetten auf sich selbst abzuschließen

Am Ende gewinnt immer die Bank? Kommt auf den Bereich an. Was im Bereich von Glücksspiel immer und bei Finanzgeschäften meistens zutrifft, ist im Bereich persönlicher Entwicklung und lebenslangen Lernen anders. Das diese Wetten auf bzw. Investitionen in sich selbst langfristig zu viel mehr Geld (und Zufriedenheit) führen als die gierigen Abkürzungen in Form von Sportwetten, riskanten Spekulationen und vermeintlichen Hammerdeals ist eine andere Geschichte.

Eine Investition kommt – anders als es uns die finanzpornographischen Zeitschriften und Websites vorgaukeln – in vielen Farben und Formen vor. Neben Geld ist vor allem der Faktor Zeit, der von entscheidender Bedeutung für die Weiterentwicklung deiner Fähigkeiten und letztlich auch von dir selbst ist. Wichtig ist, das langfristige Ziel im Blick zu behalten, statt sich ständig von der kurzfristigen Bilanz frustrieren zu lassen. Im nachfolgenden Zitat von Bill Gates könnten statt ‚one year‘ & ‚ten years‘ auch ‚one week‘ & ‚one month‘ stehen.  

„Most people overestimate what they can do in one year and underestimate what they can do in ten years.“

Bill Gates

Nachfolgend drei persönliche Beispiele von ‚Wetten‘ oder persönlichen Investitionen, bei denen ich bereits mittelfristig gar nicht verlhttps://wissenswelle.com/podcast/ieren bzw. nur gewinnen kann / konnte: 

  • Die Wissenswelle-Website
    • Kosten: vorwiegend meine Zeit und meine grauen Zellen; hinzu kommen kleinere Ausgaben für Hosting und Software-Tools 
    • Nutzen: Indirekter und direkter Kontakt zu den Menschen (Sportler und Macher) mit denen ich sowieso zusammen kommen will. Die Website ist ein zentraler Ort, an dem ich meine gesamten Inhalte abbilden kann. Eine digitale Visitenkarte, die ich so gestalten kann, wie ich möchte. Als ‚Zuckerl‘ erarbeite  ich mir Know-How über die Gestaltung und Verbesserung von Websites 
    • Fazit / Bilanz: selbst, wenn ich pro Monat keinen einzigen Besucher auf der Website hätte, würde ich ohne jedes Zögern weitermachen 
  • Der Sportfamilie-Podcast
    • Kosten: vorwiegend meine Zeit; hinzu kommen kleinere Ausgaben für das Hosting 
    • Nutzen: durch die Sportfamilie komme ich mit interessanten Menschen aus der Sportwelt in Kontakt, deren Geschichten und Erkenntnisse mir und Anderen weiterhelfen können. Ich erweitere ständig mein Netzwerk, werde durch die Interview ein besserer Fragensteller und Zuhörer und gewinne neues Wissen zu Themen, für die ich mich interessiere. Last not least kann ich mittlerweile ein Schnittprogramm bedienen und werde mit jeder Folge technisch etwas besser. 
    • Fazit / Bilanz: die Sportfamilie ist für meine persönliche Entwicklung so nachhaltig positiv, dass mir kein einziger Grund einfällt damit aufzuhören 
  • Weiterbildung in Form von zwei Coursera-Kursen 
    • Kosten: Neben meiner eingesetzten Zeit (jeweils ca. 15 Stunden) sind die Kurse kostenlos. Möchte man wie ich – aus Erinnerungs- und Disziplinierungsgründen (wenn ich für etwas zahle, beende ich es auch; so Deutsch, ich weiß :))  ein Zertifikat am Ende zahlt man einen kleinen Obolus (ca. 50 €)
    • Nutzen: hätte ich schon in der Schulzeit die Inhalte der beiden Kurse vermittelt bekommen, wäre ich ein deutlich besserer Schüler und Student geworden und hätte meinen Lehrern, meinen Eltern und mir selbst viel negative Aufregung erspart. Beide Kurse vermitteln wichtige Techniken und Meta-Fähigkeiten, die auf alles angewandt werden können, was man neu lernt 
    • Fazit / Bilanz: Lebenslanges Lernen ist heutzutage keine Luxusbeschäftigung für Leute mit zu viel Zeit sondern Grundvoraussetzung,  um in der sich immer schneller drehenden Welt bestehen zu können. Mit dem Wissen der beiden Kurse fühle ich mich gut vorbereitet für alles, was da noch kommt an neuen Lernthemen in meinem Leben-
Bildschirmfoto 2020-07-15 um 10.42.32
Ok, ok ... Eitelkeit war auch im Spiel ,,, Das Zertifikat am Ende des Kurses ist nur optional

Seitdem ich gemerkt habe, wie nachhaltig positiv sich solche ‚Wetten‘ für mich auswirken, stelle ich mir in fast allen Lebensbereichen folgende Frage:

Welche Investition im Bereich X hat eine so gute Kosten-Nutzen-Bilanz dass ich eigentlich nicht verlieren kann?

Klingt banal und macht doch jeder? Nein, wie zumindest ein Blick in mein näheres und weiteres Umfeld verrät. Fast niemand stellt sich diese Frage. Fast niemand macht sich die Mühe, Kosten und Nutzen wirklich in Relation zu bringen. An Wünschen oder Absichtserklärungen etwas an sich oder der eigenen Situation zu ändern, mangelt es nicht – im Gegenteil. Und dennoch: aus dem Konjunktiv wird kein Imperativ, aus dem Wunsch wird kein erster Schritt, folgt keine Umsetzung. Ich persönlich glaube, der Grund liegt in einer einseitigen Fixierung auf die  Kostenseite.  

Photo by Jp Valery on Unsplash

Ein Beispiel: 

Absichtserklärung: „Ich würde eigentlich auch gerne einen Podcast machen. Ich kenne mich wahnsinnig gut mit mentalen Blockaden bei Sportlern aus und könnte richtig vielen Menschen helfen, in Drucksituationen im Wettkampf cool zu bleiben. Darüber könnte ich sicher mindestens 20 interessante Folgen zusammenstellen. Vielleicht kann ich darüber dann Interessenten für mein Coaching-Projekt gewinnen, da komm ich gerade nicht weiter.“ 

Kostenüberlegung: „Aber von der zeitlichen Investition ist so ein Podcast schon krass. Die Recherche, das Skript für jede Folge, das Einsprechen und der Schnitt. Puh. Und damit ist es ja nicht getan. Ich muss den Podcast ja dann noch bewerben, mir vorab Gedanken über Logo, Intro und Platzierung machen. Und das dann jede Woche wieder. Verdienen tue ich auch erstmal nichts. Puh, Puh. Ich habe ja schon eine Arbeit und das so nebenbei zu machen ist mir irgendwie zu stressig. Schade. Puh, Puh, Puh. 

Nutzenüberlegung: kommt dann schon nicht mehr vor, weil die Kostenseite so einschüchternd und erdrückend wirkt. Dabei würde sich die Relation sofort ändern, wenn man die lange Liste der positiven Effekte aufstellt. 

Auf sich selber Wetten abschließen bei denen man nicht verlieren kann. Irgendwo schon mal gehört? Vielleicht ja beim Dilbert-Erfinder Scott Adams, über den ich schon an anderer Stelle geschrieben habe. Hier eine Erinnerung zu seinem ‚Goals vs. Systems‘ – Ansatz. 

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Was sind aus deinem Leben Beispiel von Wetten oder Investitionen, bei denen du – im Nachhinein betrachtet – nicht verlieren konntest? Hinterlasse mir einen Kommentar 

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